Modellbahnromantik an der Universität?

Zwar schlagen die Herzen vieler Modelleisenbahner schneller, wenn sie das Betriebsfeld betreten; mit Eisenbahnromantik hat das EBuEf jedoch nur am Rande zu tun. Wie der Name schon andeutet, dient die Anlage allein der Simulation des Eisenbahnbetriebs.

Die maßstabsgetreue Modellbahnanlage ist das Ausgabemedium für die originalgetreue Leit- und Sicherungstechnik. Die Stellwerke und die dem Betrieb zugrunde liegenden Betriebstechnologien bilden das Herzstück des EBuEf – nicht die Modellbahn. Prinzipiell könnte diese auch durch eine reine Computersimulation ersetzt werden, was allerdings weitaus abstrakter und für den Bediener weniger (be)greifbar wäre.

Landschaften, Bäume und Häuser sucht man auf der Anlage deswegen vergeblich. Der Begründer des alten Lehrstellwerks, Prof. Dr.-Ing. Ewald Graßmann, sagte seinerzeit: „Wenn es nach mir ginge, verkehrten auf dieser Anlage rollende Briketts, damit der Student nicht von dem eigentlichen Gegenstand seines Studieninteresses abgelenkt wird: der Funktion der Sicherungssystematik.“ Deswegen gibt es auch heute noch nur die Stellwerksgebäude auf der Anlage; wer mehr sehen möchte, dem legen wir Schauanlagen wie das Hamburger Miniaturwunderland oder das Berliner LOXX ans Herz.

Auch wenn sich der Eindruck gelegentlich bei manchen Besuchern aufzudrängen scheint, handelt es sich bei unseren Stellwerksanlagen übrigens keineswegs um museale Technik: Abgesehen von unserem EZMG-Stellwerk, das in Deutschland nur noch sehr selten anzutreffen ist, sind alle anderen Bauformen im Netz der Deutschen Bahn noch in großem Umfang im Einsatz. Mechanische Stellwerke sind trotz des Modernisierungsprozesses der vergangenen Jahrzehnte nach wie vor ein sehr häufig anzutreffender Typ.